Senat verschläft Potenzial migrantischer Unternehmen in Berlin

Bola Olalowo, MdA, Buendnis 90 / Die Gruenen, Abgeordnetenhaus

Bola Olalowo, wirtschaftspolitischer Sprecher für Innovations- und Technologiepolitik, sagt mit Blick auf die Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Migrantischen Ökonomie:

Menschen mit Migrationshintergrund sind immer wichtiger für Berlins Wirtschaft, denn immer mehr wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Das belegen Zahlen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Danach haben Migrantinnen und Migranten 2014 bundesweit bereits 120.000 Arbeitsplätze geschaffen – mit steigender Tendenz.

Der Berliner Senat hat in dieser Legislaturperiode viel zu wenig getan um Migrantenunter­nehmen zu fördern und für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins zu nutzen – das ist das Ergebnis unserer schriftlichen Anfragen (17/18786 und 17/13626, s. anbei). Zwar traf sich der Gesprächskreis Migration der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in den letzten beiden Jahren fünf mal, konkrete Maßnahmen blieben aber bislang aus. Ein Positionspapier ist „in Erarbeitung“, eine Lotsenstelle wird „angestrebt“, selbst eine Broschüre ist erst „in der Erarbeitung“. Auf die drängende Frage der Ansprache und Begleitung gründungsinteressierter Geflüchteter gibt es ebenfalls keine Antwort.

Wir Grüne wollen die migrantische Ökonomie in Berlin stärken, u.a. mit einem Wirtschaftspreis für migrantische Unternehmen, mit einer passgenauen Beratung und Unterstützung zur Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen. Darüber hinaus wollen wir Jugendliche mit Migrationshintergrund besser in den Arbeitsmarkt integrieren, denn sie sind die zukünftigen Fachkräfte, die Berlins Wirtschaft dringend braucht.