Treffen mit internationalen Vertreter*innen der Solidarischen Ökonomie

Solikon2015 - Foto von Linda Dreisen

Solidarische Ökonomie weltweit: Bericht vom Treffen mit Vertreter*innen des GSEF (Global Social Economy Forum) und RIPESS (Réseau Intercontinental de Promotion de l’Économie Sociale Solidaire)

Im Vorfeld des Solikon2015 – einem Kongress zur Solidarischen Ökonomie, der vom 10. bis zum 13. September an der TU Berlin stattfand – traf ich mich im Abgeordnetenhaus mit Vertreter*innen des GSEF (Global Social Economy Forum) aus Seoul und Vertreter*innen von RIPESS (Internationales Netzwerk für die Förderung der Sozialen und Solidarischen Ökonomie) aus Kanada, Indonesien, Bahrain und Guatemala. Ziel des Treffens war der Austausch über Solidarische Ökonomie in Südkorea und Berlin sowie über die Arbeit von RIPESS.

Zu Beginn erläuterte ich die Gründzüge der Berliner Landespolitik und gab einen kurzen Einblick in grüne Politik und die Situation der Solidarischen Ökonomie in Berlin.

Aus dem Vorstand von GSEF berichtete Kyong Yong Song, dass nach der Finanz-, Währungs- und Wirtschaftskrise Ostasiens in den Jahren 1997/1998, in Südkorea viele Genossenschaften gegründet wurden. Heute gibt es bereits mehr als 6000 Unternehmen und Projekte, die sich dem Sektor der Sozialen Ökonomie zuordnen. GSEF arbeitet sowohl mit Kommunen als auch mit Nichtregierungsorganisationen zusammen und versucht die lokale und internationale Ebene zu vernetzen. 2013 verabschiedete GSEF mit der „Seoul Declaration“ einen Zehn-Punkte-Plan zur Stärkung der Sozialen Ökonomie, in dem diese als klare Alternative zur jetzigen Wirtschaftsweise und ihren Krisen beworben wird.Solikon 2015 – Foto von Linda Dreisen

Vernetzung ist auch das Hauptziel von RIPESS. Für das Netzwerk erläuterte Yvon Poirier, dass dessen Stärke in seinem Graswurzel- und internationalen Ansatz liege. Überall würden die Leute nach Alternativen zur jetzigen Wirtschaftsweise suchen. RIPESS fördert den Aufbau von Netzwerken und Allianzen im Bereich der Sozialen und Solidarischen Ökonomie, um diesen einflussreicher zu machen. Er verwies darauf, dass in den asiatischen Ländern eine Reihe konkreter Modelle für eine alternative Form zu Wirtschaften etabliert wurden. Außerdem betonte er, wie wichtig eine Bindung an soziale Bewegungen sei, um einen Wandel zu erreichen.

Das Treffen zeigte, dass die Soziale und Solidarische Ökonomie weltweit eine Antwort auf die Fragen bietet, die unsere Art und Weise zu Wirtschaften mit sich bringt. Die Vernetzung und der Austausch von Konzepten und Beispielen des guten Gelingens müssen weiter vorangetrieben werden. Die Solidarische Ökonomie muss als Lösung auf drängende Probleme stärker propagiert und auch von politischer Seite gefördert werden. Hierfür muss die Politik auch in Austausch mit den Akteur*innen der Solidarischen Ökonomie treten.

GSEF steht für „Global Social Economy Forum“. Die Nichtregierungsorganisation GSEF ist ein globales Netzwerk für die Soziale Ökonomie. Ziel von GSEF ist es eine Schnittstelle für den grenzüberschreitenden Austausch von Visionen und Erfahrungen zu bilden, sowie für Kooperationen auf der Grundlage multilateraler (öffentlich-privat-gemeinschaftlich) Partnerschaften für eine bessere Welt. Durch die Zusammenarbeit mit Organisationen der Sozialen Ökonomie und kommunalen Verwaltungen fördert GSEF die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze, fairen Wachstums, basisdemokratischer Strukturen und nachhaltiger Entwicklung.

RIPESS ist das Akronym des “Réseau Intercontinental de Promotion de l’Économie Sociale Solidaire” (Internationales Netzwerk für die Förderung der Sozialen und Solidarischen Ökonomie), mit Beobachterstatus in der United Nations Conference on Trade and Development. RIPESS vernetzt landesweite und regionale Netzwerke der Sozialen und Solidarischen Ökonomie auf interkontinentaler Ebene. Das Netzwerk organisiert alle vier Jahre ein globales Forum für den Austausch der Akteur*innen der Sozialen und Solidarischen Ökonomie. Weltweit: Von Lima (1997), über Quebec (2001), Dakar (2005) und Luxemburg (2009) bis Manila (2013).