ISEK-Werkstatt Tegel: Den Senat in die Pflicht nehmen und die Zukunft des eigenen Quartiers mitgestalten!

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Am 15. Juni 2016 fand die erste von vier „Dialogveranstaltungen“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zur weiteren Entwicklung der Quartiere im Umfeld des Flughafen TXL statt. Mit vier Gesprächen, die unter dem Titel „ISEK Werkstatt Tegel“ laufen, will der Berliner Senat die Anwohnenden nach ihren Erwartungen, Wünschen und Vorschlägen bezüglich der Entwicklung ihrer Quartiere nach Schließung des Flughafens fragen. Welche Vorschläge haben die Bürger*innen beispielsweise in Bezug auf das Wohnen, die Verbindungen zu angrenzenden Quartieren und Grünflächen, die Ausstattung mit Schulen, Kitas und sonstigen sozialen und kulturellen Einrichtungen oder die Gestaltung von Straßen, Parks und Plätzen. Die erste Veranstaltung bezog sich auf den Bereich Kurt-Schumacher-Platz/Sternstraßensiedlung.


Wofür steht „ISEK“? ISEK ist die Abkürzung für Integriertes Städtebauliches EntwicklungsKonzept. Es ist die Grundlage für die Weiterentwicklung der Quartiere um den Flughafen. Das ISEK legt Planungsziele und Handlungsbedarfe für ein konkretes Gebiet fest und definiert die daraus folgenden Schritte, Maßnahmen und Projekte. [Weiterlesen]


Hierzu sagt Bola Olalowo, Wahlkreiskandidat der Grünen in diesem Gebiet: „Der Senat organisiert hier ein breites Verfahren, um die Anwohnenden zu beteiligen. Das finden wir gut und richtig – wir rufen dazu auf sich zu beteiligen. Es muss aber sichergestellt werden, dass die Ergebnisse, Ideen und Anregungen der Bürger*innen tatsächlich berücksichtigt werden. Ihre Beteiligung darf nicht nur pro-forma gedacht sein, sondern muss sich im ISEK wiederfinden.“

Auf der ersten ISEK-Veranstaltung am 15.06.2016 in der Mark-Twain-Grundschule in der Auguste-Viktoria-Allee wurden Defizite insbesondere bezüglich der Verkehrssituation, der Gewerbeentwicklung und der Entwicklung der sozialen Situation am Kurt-Schumacher-Platz und entlang der Scharnweberstraße angeführt. Die Bürger*innen wünschen sich auf jeden Fall eine Fuß- und Radverkehr-freundliche Umgestaltung des Quartiers. Dafür soll das Autobahnstück so umgestaltet werden, dass es nicht mehr als Barriere zwischen den einzelnen Quartieren wirkt. Ebenfalls gefordert wurde eine leistungsfähige Anbindung bestehender und neuer Quartiere an das Netz der BVG. Die notwendigen Schritte, müssen schon jetzt in die Wege geleitet werden. Die Scharnweberstraße und gerade der Kurt-Schumacher-Platz waren früher attraktive und vielfältige Einzelhandelsstandorte, das wünschen sich die Anwohnenden zurück. In den letzten Jahren hat das Quartier einen Abstieg erlebt. Von einem einst für viele Menschen interessanten Wohngebiet, hat es sich zum Billig-Quartier entwickelt. Vielen Menschen hier fehlt eine gute Zukunftsperspektive – gerade den jüngeren. Auch Kriminalität wird als ein wachsendes Problem gesehen. Gerade die Wohnungsbaugenossenschaften im Quartier setzen dem etwas entgegen, aber hier muss noch mehr geschehen.

Bislang ist noch fraglich, ob alle diese Punkte durch den bereits erfolgen Wettbewerbsabschluss zum neugeplanten Schumacher-Quartier abgedeckt werden. Ausreichend Schul-, Kita- und Sportflächen sind zum Beispiel nicht eingeplant. Auch ist die verkehrliche Planung teilweise noch offen. Etwa fehlt immer noch eine leistungsfähige Anbindung an die BVG für die voraussichtlich bis zu 35 000 Bewohner*innen und Beschäftigten, die nach Schließung des Flughafens auf dem TXL-Gelände wohnen und arbeiten sollen.

Wir Grüne werden die Entwicklung des TXL-Geländes und der umliegenden Quartiere sowohl auf Bezirks- als auch auf Landesebene weiter begleiten und wo möglich mitgestalten.

Weitere ISEK-Werkstätten Tegel finden an folgenden Terminen statt:

  • 22. Juni 2016, 19.00 Uhr im Centre Français, zum Bereich Auguste-Viktoria-Quartier/Afrikanisches & Englisches Viertel
  • 27. Juni 2016, 19.00 Uhr in der Max-Beckmann-Oberschule, zum Bereich Cité Guynemer
  • 11. Juli 2016, 19.00 Uhr im Flughafen Tegel, zum Bereich Cité Pasteur & Siedlungen entlang des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals

Weitere Informationen zu den Terminen finden Sie hier.

Auch ein Online-Dialog ist eingerichtet, in dem sich alle Interessierten einbringen und an der Gestaltung der Quartiere beteiligen können.